Sonntag, 6. Mai 2012

Internet, geschätzt 37. Anlauf

Noch ein kleiner Nachtrag, bevor es gleich ins noch immer sehr warme
Dachzelt geht. Zwar stehen wir auf besagtem Campsite mit dem nächsten
Mobilfunkturm in direkter Sichtlinie, allerdings dürfen wir damit noch
längst nicht mit unserer Prepaid-SIM ins Internet. Windhoek und
Swakopmund einmal ausgenommen gibt es in Namibia nämlich praktisch nur
GSM- und nicht die bei uns inzwischen etablierte UMTS-Versorgung.

Entsprechend der Coverage-Map von MTC werden damit zwar aktuell rund 95%
der Bevölkerung erreicht, was sich auch in einer Vielzahl von
Handynutzern widerspiegelt. Umgekehrt ist das Netz hier vor allem in den
Abendstunden mitunter mehr als gut ausgelastet. In der Folge dürfen wir
mit unseren Tracks & Blog-Mails entweder gar nicht mehr oder nur noch
seeeehr langsam ins Netz. Sehr langsam ist dabei in etwa auf dem Level
der Akustikkoppler-Ära. Also nur ein Bruchteil von dem, was die
schnellsten 56k-Modems Ende der 90er durch die Telefonleitung geschickt
haben...

Welwitschia-Drive und Save the Rhino Trust (serious 4WD needed)

Vorbei die Zeiten, dass wir am Abend mit langer Hose, Pullover und Jacke
zum Strand laufen mussten und halb frierend Austern geschlürft haben.
Swakopmund am Morgen präsentierte sich in starkem Nebel und niedrigen
Temperaturen, alles einheitlich grau in grau. Dennoch nutzten wir die
recht hübsche (deutsche) Stadt, um unseren fabelhaften Kühlschrank mit
Steaks und Bier sowie den Tank mit ausreichend Diesel zu füllen.
Erfolglos war allerdings die Suche nach dem Permit für den sehr
empfohlenen Welwitchia-Drive, aber nachdem Joachim uns gegenüber
geäußert hatte, dass das Nicht-Mitführen eines solchen „nur" mit 300 N$
geahndet wird, haben wir uns ohne das Papier auf den Weg gemacht. Denn
Sinn oder Unsinn dieses Drives müssen wir allerdings nun noch ergründen.
Unser Tipp für zukünftige Namibiaurlauber, lasst diese Schleife aus. Die
heißumworbene Pflanze sieht man auch überall anders, wenn man nur die
Augen offen hält und ob sich eine Flechte nach dem Begießen mit Wasser
nun bunt verfärbt (oder auch nicht), ist keine 100 km auf Schotterpisten
wert. Kurzentschlossen wurde der Reiseführer gewälzt, was sollte das
nächste Ziel sein? Beim Blättern stieß ich auf das Ugab Rhino Camp,
gelegen im Nichts am Ugab Rivier. Diese doch spontane Eingebung war wohl
die beste, die wir bislang hatten. Über eine ausgesprochen holprige
4WD-Strecke erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang als einzige
Touristen diesen abgelegenen, dennoch wunderhübschen Campingplatz.
Liebevoll angelegte Stellplätze und Duschen, an denen man für warmes
Wasser erst einmal Feuer machen musste. Bedenklicher waren hingegen die
Warnschilder „Beware of elephants and lion – camping at own risk only.
Do not feed wild animals". Endlich sind sie also nicht mehr weit, die
wilden Tiere Afrikas, wobei wir bis auf ein paar Paviane, Oryx,
Springböcke und Kudus keine von ihnen gesichtet haben. Klagten wir in
Skwakopmund noch über Kälte und Nebel, so war uns hier zum ersten Mal
während unserer Reise richtig warm. Geschätzte 30°C noch am Abend ohne
Sonne, puh! In Seelenruhe haben wir lecker gekocht und dazu eine Flasche
gekühlten Weißwein getrunken, um 20 Uhr fielen wir todmüde ins Bett. Um
5:30 Uhr riss uns der Wecker nach etlichen Stunden immer noch aus dem
Tiefschlaf, aber „Termine, Termine" gilt auch hier im Urlaub. Dem Kult
der deutschen Pünktlichkeit entsprechend stand nämlich Punkt 7 Uhr der
noch am Vorabend gebuchte Guide namens Fly (in Anlehnung an die
zahlreichen Fliegen, die es in diesem Gebiet gibt) vor unserer Hütte, um
uns während eines zweistündigen Spaziergangs sein Land und den Ugab
Rivier zeigte. Die schwarzen Spitzmaulnashörner, die vom Save the Rhino
Trust geschützt werden, sind zur Zeit aufgrund von Wassermangel leider
nicht zu sehen, dennoch erhielten wir von Fly Unterricht in Spuren- und
Fährtenlesen. Jetzt können wir Springbockdung von Elefantenscheiße
unterscheiden :-) Anschließend packten wir bei inzwischen gefühlten 35°C
unsere sieben Sachen zusammen und sind über einen Off-Road-Trail
Richtung Twyfelfontein gefahren. Für die 75 km brauchten wir immerhin 4
Stunden und das GPS-Navi warnte permanent vor „extreme sharp rocks" oder
empfahl den Einsatz eines „serious 4WD needed". Wie gut, dass meine
Fahrstunden hier vor Ort zu einer Fahrleistung geführt haben, dass ich
die meisten Passagen selbst durch Flussbette und Sand im „normal gear"
schaffte. Bin schon ganz schön stolz auf mich selber –
„Schulterklopfen". In Twyfelfontein angekommen, checkten wir bei
sicherlich 40°C Außentemperatur (kurze Anmerkung am Rande, in Namibia
haben wir zurzeit Winter) im Aba Huab Camp ein. Wie schön, an der
vorhandenen Bar gibt es eiskalte Getränke. Erst verschlangen wir ein
Schweppes, dann noch eine Coke mit tausend Eiswürfeln, nur so lässt es
sich hier ansatzweise aushalten. Ein weiterer Blick in den Reiseführer
bzw. ein Gespräch mit einer Damara-Frau führte uns zum ortsansässigen
„Living Museum of the Damara People". Dies ist ein Lebensmuseum, in dem
die Locals nach jahrelangem Kampf wieder ihre ursprünglichen
Lebensformen annehmen können. Gekleidet sind sie nur mit einem
Lendenschutz aus Ziegenleder, sind aber dennoch gebildet und wissend, so
dass sie in fließendem Englisch den interessierten Touristen, aber auch
die eigenen Landsleute mit ihrer traditionellen Kultur vertraut machen
können. Insgesamt sicherlich eine besondere Situation, dennoch hat sich
das in unseren Augen gelohnt. Die Damara nutzen Schnalzlaute beim
Sprechen und tragen Ocker auf die Haut auf, um sich vor Sonnenbrand zu
schützen. Andreas und ich bräuchten bei der sengenden Hitze hier ein
ganzes Ockerbad, ist das heiß hier!!! Nun sitzen wir wieder an der
besagten Bar, trinken ein eiskaltes Bier und fragen uns, wie wir die
Nacht in dieser Hitze überleben sollen. Die Hälfte des Urlaubes ist
schon fast rum, nur wohin uns diese so spannende und tolle Reise als
nächstes führen wird, ist noch unklar. Den Caprivi-Streifen werden wir
wohl nicht schaffen, aber vielleicht führt uns die Reise noch nach
Norden zu den Epupafalls. Etosha werden wir auch nicht auslassen, denn
wie gesagt, die richtig wilden Tiere fehlen uns bislang noch
vollständig. Wir werden weiter berichten, morgen sehen wir uns erst
einmal die Felsmalereien von Twyfelfontein an, UNESCO-Weltkulturerbe und
damit wohl auch ein Muss. Und jetzt bestelle ich mir mein zweites Bier,
ist ja nicht zum Aushalten hier ;-) Prost!

Freitag, 4. Mai 2012

Gras und Wüstensand soweit das Auge reicht

Nach den wenigen zurückgelegten KM auf dem Isabis-Trail am Vortag war heute primär Autofahren angesagt. Nach nicht allzu frühem Aufbruch vom Trail-Campsite gab es zunächst einen zweiten Kaffeestopp auf der nahen Farm von Joachim Cranz, wo wir neben Reisetipps noch ein paar Infos zur Geschichte der Familie und befreundeten Auswanderern bekamen. Anschließend ging es über den gleichermaßen steilen, wie sehenswerten Gamsberg Pass nach Westen in Richtung Küste. Statt den direkten Weg über die Hauptstraße zu nehmen sind wir dabei einen Umweg durch den südlichen Teil des Naukluft Park bzw. Kuiseb Canyon gefahren, was uns tolle neue Eindrücke der hiesigen Wüste brachte. Soweit der Blick in der flachen Landschaft reichte waren hier zunächst schier riesige Grasflächen und schließlich nur noch sandig-grauer Untergrund abseits der Straße erkennbar. Kaum vorstellbar das hier inmitten des Nichts vereinzelt sehr einfache, noch bewohnte Wellblechhütten den Weg säumten. Mit dem Ende unserer "Südschleife" erreichten wir an der Küste zunächst Walvis Bay. Mangels bekannter Attraktionen und Anlaufstellen zum Campen entschlossen wir uns direkt noch ein Stück weiter die Küste hinauf nach Swakopmund zu fahren. Hier sind wir schließlich auf dem sehr komfortablen Platz "Alte Brücke" in direkter Nähe zu Küste und Stadtzentrum gelandet. Nach Ankunft am Nachmittag stand zunächst ein kurzer Zwischenstopp in der Toyota-Werkstatt und an einem Mastercard-kompatiblen ATM auf dem Programm. Den verbleibenden Abend haben wir schließlich sehr entspannt mit einem Sonnenuntergangs-Bier in der nahen Strandbar, sowie einem leckeren Essen im "Jetty" verbracht.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Fahrschule für Fortgeschrittene

Heute ging es wie angekündigt endlich auf den Isabis-4x4-Trail, wo wir dankenswerterweise trotz einer weiteren Reservierung mit etwas Verspätung noch starten durften. Nachdem wir anders als im Oman dieses Mal einen Wagen mit Diesel- anstelle Benzinmotor haben, waren wir beide gespannt, was dieser im Gelände tatsächlich 'kann'. So habe ich mich denn zunächst auf den Beifahrersitz gesetzt und optimistisch angenommen, weder erneut im Sand stecken, noch an einer unüberwindbaren Steigung hängen zu bleiben. Und tatsächlich schlugen sich sowohl der Wagen, als auch Christine am Steuer ausgesprochen tapfer. Neben zum Teil bemerkenswerten Steigungen und Absätzen gab es auf dem Trail mehrere Sand- und eine Wasserquerung, womit wir sowohl den Low-Gear, als auch die Wirkung der Differentialsperre angemessen testen konnten. Lediglich zwei relativ kurze als „Black Trail“ ausgewiesene Teilstücke haben wir aufgrund des Hinweises „tire eating & bone breaking“ sicherheitshalber ausgelassen. Auch haben oder besser wollten wir nicht die Gelegenheit zum Test unseres mitgeführten Kompressors testen. Anstatt für eine fortgeschrittene Sandquerung die Luft aus unseren Reifen zu lassen, haben wir schließlich lieber an einem Ministrand im Inneren des durchfahrenen Canyons ein wenig in der Sonne gechillt. Am frühen Nachmittag ging es schließlich zurück auf den ebenfalls am Trail liegenden Mini-Campingplatz Klidam, wo wir trotz der Wasserdurchfahrt unmittelbar davor heute Nacht hoffentlich nicht komplett zerstochen werden.

PS: Nach etwas "Skriptgebastel" sind unsere Spuraufzeichnungen nun auch auf GPSies online.

Rückblick der letzten Tage

28. April: Die Abreise gestaltete sich bei uns beiden doch als sehr stressig. So waren wir beide noch bis zur letzten Minute in unsere Arbeit eingebunden und wurden die Taschen erst Samstag in der Früh gepackt. Glücklicherweise fehlt uns aber nichts, nur der gefüllte Flachmann steht noch daheim (und ist undicht). Bei Abreise in Frankfurt zeigte das Thermometer 31°C an, was uns beiden nicht wirklich gut bekam. Meine Freundin Antje gesellte sich mal wieder zu uns am Flughafen, was ja inzwischen fast schon Tradition ist, wenn ein Flug ab FRA abfliegt. Nur hatten wir ein wenig die Zeit vergessen, denn schon kam der Aufruf zum letzten Boarding für unseren Flug. Puh, das war knapp!

29. April: Über Nacht sind wir dann geflogen und wurden am Morgen um 5 Uhr bereits von einem Fahrer unseres Autovermieters erwartet. Erster Eindruck zu dieser Uhrzeit: ganz schön frisch draußen! Mit einem nahezu leeren Hinterreifen tuckelten wir dann 45 km Richtung Windhoek und erfreuten uns am ersten Sonnenaufgang auf afrikanischem Boden. In Windhoek erwartete uns Herr Hester von Kalahari Car Hire auch schon mit einem vorbereiteten Toyota Hilux Double Cap und diesem spannenden Dachzelt, dessen Aufbau nach seiner Aussage leichter sei als das Öffnen einer Flasche Bier. Naja, fünf Tage später können wir immer noch sagen, dass uns letzteres immer noch einfacher erscheint ;-) Herr Hester wies uns dann auch gleich den Weg zur Tankstelle, zum Geldautomaten und zum Supermarkt. Tanken ist nur mit Bargeld möglich, da wollten wir erst einmal Geld ziehen. Mit meiner Mastercard sehe ich hier ganz schön alt aus und nur Andreas gelang es nach einer halben Stunde Probiererei ein paar Scheine dem Automaten zu entlocken. Jetzt bin ich ganz schön angewiesen an die Zahlungsbereitschaft meines Reisepartners. Nächste Station der Supermarkt, hier wurden wir für den Anfang doch recht gut fündig und war die tolle Kühlbox des Jeeps schnell und gut gefüllt. Die Reise konnte beginnen. Es ging Richtung Süden, ein erstes Stück über die „Autobahn“, dann aber bogen wir auf die erste Gravel-Road ab, um das Land von seiner echten Seite kennenzulernen. Über Schotter und Stein erreichten wir pünktlich um 14:30 Uhr die Bagatelle Kalahari Game Ranch, meldeten uns umgehend zum organisierten Sundowner Drive an, kamen in den Genuss von Kaffee und Kuchen (es lebe die deutsche Kultur) und weiter ging es. Im offenen Jeep wurden wir zu viert durch die Kalahari gefahren. Dieser Teil der Wüste gehörte zu der Ranch und brachte uns der Guide zu den schönsten Stellen hier. Immer wieder gab es Springböcke, die lustig hüpfend unseren Weg kreuzten, Kudus, Oryxantilopen, Sträuße, einer Trappe, toll gebaute Webervogelnester, Termitenhügel und jede Menge Gnus. Genau deswegen sind wir ja hier, so wurden wir am ersten Tag ja bereits sehr mit dem Wildlife verwöhnt. Hoch oben auf einer Anhöhe wurde uns dann ein kühles Bier gereicht, um im rötlichen Abendlicht die Sonne in der Kalahari untergehen sehen zu können. Im Anschluss bot man uns den Service an, dass wir an ausgewiesener Stelle unser Jetzt hieß es allerdings auch erst einmal, sich mit dem Zelt vertraut zu machen. Fazit: es liegt sich saumäßig bequem dort oben auf dem Autodach!!! Der Fahrer fuhr vor, wir wurden zum namibischen Abendessen unter einem grandiosen Sternenhimmel gebracht. Mit Michael und Daniela aßen wir gemeinsam äußert köstlichen Springbock. Wenn man aber erst einmal gesehen hat, wie fit diese Tiere durch die Lüfte springen, wundert es keinen mehr, warum das Fleisch so zart ist. Sehr, sehr müde fielen wir dann später glücklich und zufrieden ins Bett. Ein toller erster Tag mit vielen schönen Eindrücken ging damit zu Ende!

30. April: Damit wir uns auch gleich an die hiesigen Bedingungen anpassen, klingelte der Wecker um 5 Uhr. Vor dem Auto standen ein paar Springböcke, die erschrocken durch das sanfte Gras hier von dannen hüpften. Nachdem der Kaffee mit Milchschaum (den Luxus gönnen wir uns auch hier) gekocht war, haben wir erst einmal das Auto in Ruhe umgepackt und so präpariert, dass wir wir alles etwas besser und schneller wiederfinden. Zurück an der Rezeption haben wir kurz mit unseren Liebsten daheim über das Internet telefonieren können, Thomas konnte ich über Skype selbst den zahmen Springbock zeigen, sehr spaßig. Auf ging es Richtung Westen ins Sossusvlei. Das geliehene GPS-Navi erwies seine ersten guten Dienste. Trotzdem studierte ich während der Fahrt noch die Karte und den Reiseführer, weshalb wir kurzentschlossen einen Umweg über das Namibrand Nature Reserve nahmen. Das war wohl die richtige Wahl, denn der Weg durch dieses Reserve wurde von tausenden Zebras gesäumt. Wow, sagten wir uns dort! In Sesriem angekommen, checkten wir erst einmal auf dem bereits im Vorfeld reservierten Campingplatz ein, genossen ein kühles Getränk im Schatten der Lodge und erkundeten anschließend den Sesriem Canyon. Hier schauten uns von der anderen Seite des Canyons Paviane zu und machten sich für uns zum „Affen“. Die Fotos werden es zeigen. Es wurde Zeit, zur Elimdüne zu fahren, die sich scheinbar leicht erreichen lässt, um von ihrer Spitze den Sonnenuntergang zu betrachten. Entweder sind wir echt unfit oder wir haben den falschen Weg genommen, aber oben angekommen sind wir nicht. Ein Schritt im weichen Sand nach oben, gefühlte zwei ging es wieder hinab. Schnaufend und schwitzend versuchten wir es mit dem Anstieg, bei erst bester Gelegenheit öffneten wir das mitgeschleppte Bier, prosteten uns zu und stiegen wieder hinab. Anstrengend war das, können wir nur sagen und so richtig hat sich die Anstrengung in unseren Augen nicht. Zurück am Campingplatz kochten wir uns Spaghetti Bolognese und gingen früh schlafen, denn die Nacht sollte nur kurz sein.
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1. Mai: Unglaublich, aber wir standen mehr oder weniger freiwillig um 4 Uhr wieder auf, kochten Kaffee und kramten unsere sieben Sachen zusammen, um im Park zur Düne 45 zu fahren, die sich wiederum sehr für den Sonnenaufgang lohnen soll. Wir können Euch nicht sagen, wie kalt es nachts oder am frühen Morgen hier ist, sehr kalt. Selbst Andreas braucht dann lange Hose und eine Jacke, was sehr viel heißt! Aber wieder hieß es durch den feinen Sand hinaufzuklettern, eine Herausforderung bei der Eiseskälte um diese Uhrzeit. AufstehenAber, wir sind ja nicht zum Spaß hier! Dieses Mal hat es sich wirklich sehr gelohnt, der Ausblick und vor allem die Farben. Zurück am Auto fuhren wir zur nächsten interessanten Station im Park, zum Deadvlei und Sossusvlei. Hierin kommt man nur mit einem 4x4 Auto, wir hatten jede Menge Spaß im Low Gear :-) Praktischerweise fahren wir ja nicht nur unser Bett durch die Gegend, sondern auch unsere Küche und (gekühlten) Essensvorräte, so dass wir dort auf dem Parkplatz erst einmal gediegen frühstückten. Das hat schon was! Gestärkt und bei etwas vorhandener Bewölkung wagen wir die Erklimmung der dritten Düne, der Big Mama. Wieder einmal kamen wir in den Genuss einer grandiosen Aussicht über die Namib, rote und gelbe Dünen soweit das Auge reicht. Hier oben traf Sophies Speedy ein anderes Kuscheltier, ein weißes Schaf. Ob er sich hier wohl ein wenig verliebt hat? Er wird das Schaf am 18. Mai für den Rückflug nach Deutschland wieder am Flughafen treffen, dann werden wir wissen, was aus den beiden wird. Das Deadvlei (sein Kennzeichen sind die vertrockneten Kameldornbäume).ließen wir natürlich auch nicht aus, wir sind immerhin Touristen hier. Aber auch das hat sich gelohnt und schön ist vor allem, dass es hier überall alles andere als voll ist, so dass wir das Ganze doch auch sehr genießen konnten. Gegen Mittag setzen wir dann die Reise fort zum Naukluft National Park. Hier haben wir uns nicht mehr zu Vielem aufraffen können, das frühe Aufstehen steckte uns doch in den Knochen. So tranken wir einen leckeren Wein, sicherten die Fotos auf der Festplatte, führten ein nettes Gespräch mit unseren israelischen Nachbarn und lagen um 20 Uhr in den Federn.

2. Mai: Heute hieß es um 5 Uhr aufstehen. Wir wollten uns den 10 km langen Olive Trail im Park vornehmen. Den Israelis hatte man davon abgeraten, denn dafür seien sie mit etwa 60 Jahren doch wirklich „too old“. Oje, was das wohl heißen mag? Immerhin sind auch wir keine 20 mehr. Fünf Liter Wasser wurden eingepackt, die Kameras etc. in einem wasserdichten Beutel verstaut und los gingś. Die ersten 5 Kilometer waren durchaus machbar und für uns doch recht einfach zu gehen. Später mussten wir dann mit ein wenig Trickersei ein paar Felsen hinab klettern (immer den weißen Fußspuren folgend). Lustig wurde es, als wir uns an Ketten hängend eine Felswand entlang klettern mussten, um nicht in das tieferliegende Wasserloch zu plumpsen. Aber auch das ist uns trockenen Fußes gelungen. Gegen 12 Uhr waren wir zurück am Wagen, schnell ein Stückchen Schokolade gegessen und auf zum Isabis 4x4 Trail. In Solitaire wollten wir den Wagen auftanken, doch dort angekommen, bekamen wir zu hören, dass es im Radius von 100 km keinen Sprit gäbe. Auf den Frust erst einmal Kuchen beim Bäcker geholt und überlegt, was zu tun ist. Aber es blieb uns ja wohl nichts anderes übrig, als zurück nach Sesriem zu fahren. Ohne Sprit geht ja irgendwie nichts. Wir versuchten von unterwegs Joachim Crans vom Isabis Trail zu erreichen, sprachen ihm aber immer nur auf die Mailbox. Leicht gestresst fuhren wir dann durch die nahende Dunkelheit mit Chakalen auf dem Weg über den Spreetshoogte Pass. Hier wurden wir im ersten Gang den Berg hinauf keuchend wenigstens mit einem tollen Sonnenuntergang im Naukluft Gebirge belohnt. In der absoluten Dunkelheit erreichten wir dann das Anwesen von Joachim und seiner Frau. Nur waren beide verreist, dafür durften wir aber wenigstens auf ihrem Grundstück unser Zelt aufschlagen. Unter einem Baum mit viel Vogelgezwitscher schliefen wir dann müde ein.

Montag, 16. April 2012

Der Countdown läuft - nur noch 12 Tage

Jetzt wird es langsam spannend! Nur noch 12 Tage und dann sind wir schon in der Luft. Auch der WDR berichtet kommenden Sonntag über das, was uns erwarten wird, siehe auch Naturerlebnis Namibia. Das Reisefieber steigt!!!